Diätpillen – eine Wunderwaffe oder reine Abzocke?

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Abnehmen mit Diätpillen

„Ich möchte abnehmen!“, ist neben dem Wunsch mit dem Rauchen aufzuhören, der wohl am häufigsten gefasste Entschluss überhaupt. Besonders wenn sich ein Jahr dem Ende neigt, werden wieder zahlreiche Unzufriedene Menschen den Neujahresvorsatz fassen, im kommenden Jahr ihre überschüssigen Fettreserven zu verbrennen und endlich abzunehmen.

Weil sich die meisten Menschen dabei für den Weg des geringsten Widerstandes entscheiden und sich so wenig wie möglich für ihr Ziel anstrengen möchten, wird auch dieses Mal die Mehrheit anstatt zu Obst oder Laufschuhen, zu Diätpillen greifen.

Doch halten diese ominösen Schlankheitsmittel wirklich was sie versprechen? Wie genau helfen sie uns dabei überschüssiges Fett zu verbrennen? Und vor allem: Haben diese Pillen auch Nebenwirkungen? Über diese und viele weitere Fragen rund um das Thema „Abnehmen mit Diätpillen“, liefere ich jetzt die passenden Antworten.

Die drei Wirkungsweisen von Diätpillen

1. Diätpillen als Appetitzügler

Jeden von uns sucht er früher oder später einmal heim und kann dann meistens nur durch eine geballte Ladung Süßigkeiten besänftig werden. Die Rede ist vom Heißhunger. Nicht selten sind genau diese Fressattacken eine Ursache von unseren ungeliebten Fettpölsterchen.

Tabletten mit der Funktion eines Appetizüglers sollen genau in diesen Fällen Abhilfe schaffen und dabei direkten Einfluss auf unser Gehirn nehmen. Die Aufgabe dieser Pillen ist es, unser Gehirn dahingehend zu manipulieren, dass es das Signal für eine Heißhungerattacke nicht mehr aussenden kann. Das Gefühl des Hungers wird hierdurch maßgeblich reduziert.

Da diese Art der Schlankheitsmittel jedoch zahlreiche, nicht zu unterschätzende Nebenwirkungen, wie Bluthochdruck, Herzrasen, bis hin zu Schlaflosigkeit mit sich bringen kann, ist die Einnahme nur unter ärztlicher Kontrolle ratsam. Zudem werden durch Appetitzügler im Gehirn vermehrt Glückshormone freigesetzt, welche beim Einzelnen ein Suchtverhalten heraufbeschwören könnten.

Unterm Strich machen Pillen, die unseren Appetit einschränken also höchstens bei Menschen mit sehr viel Übergewicht Sinn. Für alle anderen unter uns, die zum Beispiel nur ihren Weihnachtspeck verbrennen wollen, sind die Gesundheitsrisiken einfach unverhältnismäßig hoch. Ich bin kein Fan von Diätpillen und rate jedem davon ab.

2. Mit Diätpillen Fett verbrennen – Fettkiller

Jeder von uns weiß es: Geschmacksträger Nummer eins in unserer Nahrung ist das Fett. Das ist Fluch und Segen zugleich, denn wenn man nicht gerade einer ketogenen Diät folgt, sollte man den Fettgehalt so gering wie möglich halten, um ein erfolgreiches Abnehmen zu gewährleisten.

Aufgabe dieser Form der Diätpillen ist es, nun das mit der Nahrung aufgenommen Fett zu binden, damit unser Körper es nicht verdauen kann. Ziel ist es also, das Fett in unverdauter Form auszuscheiden, bevor es sich an unseren Hüften festsetzen kann.

Leider werden auch in diesem Fall seitens der Werbeindustrie Luftschlösser gebaut, die umgehend von wissenschaftlichen Studien wieder niedergerissen werden. Denn obwohl diese Pillen überall im Internet frei erwerblich sind, konnte ihre Wirkung in puncto Abnehmen bislang von keiner seriösen Quelle nachgewiesen werden. Das einzige Mittel, dessen Wirkung auf das Abnehmen meines Wissens nachgewiesen wurde, ist Xenical. Doch auch dieses Mittel wird nur in Extremfällen und unter ärztlicher Beobachtung verabreicht, da es zum Teil immense Nebenwirkungen hervorrufen kann.

Was also bleibt, ist wenig Nutzen zu unverhältnismäßig hohen Risiken.

3. Abnehmen mit Quellmitteln

Möchte man beim Abnehmen auf Tabletten zurückgreifen, so gibt es neben Appetitzüglern und Fettkillern noch die Alternative der Quellmittel. Das Konzept hinter diesen Diätpillen erscheint simpel: Du isst, wenn du hungrig bist! Und genau an diesem Punkt setzten diese Pillen an. Bei der Einnahme von Quellmitteln, quillen diese zusammen mit den Flüssigkeiten auf und potenzieren dabei ihr Volumen. Das Resultat: Dem Gehirn wird vorgetäuscht einen vollen Magen zu haben und daher wird von diesem ein Sättigungsgefühl ausgesandt.

Wichtig ist es während der Einnahme dieser Mittel, stets auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Ist dies nämlich nicht der Fall, entziehen diese Pillen Magenflüssigkeit, wodurch es zu Verdauungsproblemen und Verstopfungen kommen kann. Hauptbestandteile der Tabletten sind Zellulose, Ballaststoffe, Kollagen und Natriumalginat.

Am geschicktesten ist es, diese Diätpillen ca. eine Stunde vor der eigentlichen Mahlzeit zusammen mit viel Wasser einzunehmen. Dadurch ist man bereits gut gesättigt und kann nicht mehr so viel essen.

Quellmittel sind vor allem in der Kombination mit einer Ernährungsumstellung und erhöhter körperlicher Aktivität effektiv, um Fett zu verbrennen und können dann durchaus als „Wunderwaffe“ deklariert werden.

Sind Diätpillen die Lösung zum erfolgreichen Abnehmen?

Wessen Ziel es ist, schnell und vor allem nachhaltig Fett zu verbrennen, der sollte sich in erster Linie auf eine adäquate Ernährungsweise und kontinuierliches Training fokussieren, anstatt auf derartige Pillen. Erst wenn diese beide Faktoren über einen längeren Zeitraum erfolgreich in den persönlichen Alltag integriert werden konnten, macht es Sinn das Abnehmen durch Diätpillen zu unterstützen.

Die Quellmittel stellen dabei unter all den erhältlichen Schlankheitsmitteln noch die sinnvollste Variante dar, um überschüssige Kilos zu verbrennen. Summa summarum ist die Verwendung von Diätpillen, um erfolgreich Fett zu verbrennen, keineswegs notwendig. Ich gehe sogar so weit, das ich von der Einnahme von Diätpillen abraten würde. Wer beim Abnehmen trotzdem nicht auf ihren Einsatz verzichten möchte, sollte mit dem Arzt seines Vertrauens Rücksprache halten, bevor er mit einer Kur beginnt.

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