Emotionale Intelligenz erkennen und für deinen Erfolg nutzen

0
668
Emotionale Intelligenz

Die emotionale Intelligenz ist die vernachlässigte Schwester des klassischen Intelligenz-Quotienten. Obwohl sie mindestens genauso wichtig ist, wurde sie lange Zeit nicht ausreichend beachtet. Im Folgenden erfährst du, was emotionale Kompetenz überhaupt bedeutet und wie sie dir dabei hilft, die Karriereleiter hochzuklettern.

Emotionale Intelligenz – was ist das eigentlich?

Bei emotionaler Intelligenz handelt es sich um die Fähigkeit, die eigenen Gefühle, oder auch die anderer, wahrzunehmen, Verständnis für sie aufzubringen und sie zu beeinflussen.

Zur emotionalen Intelligenz gehören verschiedene Aspekte und Fähigkeiten. Dabei können die Definitionen sich abhängig von dem Autor etwas unterscheiden. Daniel Goleman hat sein Modell der emotionalen Intelligenz mit Rücksicht auf die Ansichten von Salovey und Gardner entwickelt. Ihm zufolge sind es fünf Dinge, die emotionale Intelligenz ausmachen:

1. Du kennst deine Emotionen

Du erkennst deine Gefühle und weißt ganz genau, warum du dich wie fühlst. Du hast nicht den Eindruck, deinen Emotionen hilflos ausgeliefert zu sein, weil dir bewusst ist, dass sich deine Empfindungen steuern lassen, wie zum Beispiel durch deine Gedanken. Deine Emotionen sind für dich kein Feind, den du bekämpfen oder ablehnen musst, du nimmst sie stattdessen hin und akzeptierst sie. Wenn du deine Gefühle kennst, dann wird es dir auch leichter fallen, dein Verhalten und deine Antriebe zu verstehen.

2. Du kannst deine Emotionen beeinflussen

Du bist der Herr (oder die Herrin) deiner Gefühle und es kommt nicht vor, dass deine Emotionen mit dir durchgehen. Es gelingt dir nämlich, deine Gefühle der jeweiligen Situation anzupassen. Du musst nichts verharmlosen oder dramatisieren, stattdessen siehst du die Dinge nüchtern und einfach so wie sie sind. Außerdem bist du dazu in der Lage, dich selbst zu beruhigen, negative Emotionen, wie Angst oder Kränkung zu lindern und positive Gefühle zu stärken. Diese Fähigkeit hilft dir dabei, Rückschläge und Belastungen gut zu überwinden.

3. Du schaffst es, deine Emotionen zu realisieren

Emotionen können dich bei dem Erreichen deines Ziels unterstützen. Du musst nur wissen, wie du deine Gefühle entsprechend nutzt und das ist dir wahrscheinlich bewusst, wenn du mit einer hohen emotionalen Intelligenz gesegnet bist. Damit steht dir nichts mehr im Weg- denn genau hier liegt der Schlüssel zur Selbstmotivation, Kreativität und Erfolg.

4. Du bist empathisch

Empathie ist für zwischenmenschliche Beziehungen sehr wichtig, macht dir aber keine Probleme. Denn dir ist schnell klar, was andere Menschen fühlen und warum sie sich entsprechend verhalten. Du siehst die verborgenen Signale einer Person schneller, als andere es tun.

5. Du kannst mit Beziehungen umgehen

Um gut mit anderen Menschen umgehen zu können, musst du dazu in der Lage sein, mit ihren Gefühlen zu interagieren. Wenn dir das gelingt, steht dir auch beruflich nichts mehr im Weg. Denn hier befindet sich das Schlüsselelement für Wertschätzung, Beliebtheit und Integration in eine Gruppe. Aber keine Sorge- wenn du das Gefühl hast, dass deine emotionale Intelligenz vielleicht noch etwas ausbaufähig ist, dann kann ich dir jetzt schon sagen, dass sich die Fähigkeiten erlernen lassen.

Emotionale Intelligenz im Beruf

Sehr lange galt allein der Intelligenz-Quotient als einziger Parameter für eine erfolgreiche Karriere. In den letzten Jahren ist man von dieser Vorstellung jedoch etwas abgerückt. Stattdessen scheint das Konzept der emotionalen Intelligenz immer mehr an Bedeutung zu gewinnen. Vielleicht hast du nach der Aufschlüsselung der Kompetenzen, die emotionale Intelligenz ausmachen, schon eine grobe Vorstellung darüber, warum dir diese Fähigkeiten im Beruf enorm helfen können. Im Folgenden möchte ich dennoch näher auf sie eingehen.

1. Du bist selbstmotiviert
Emotionale Intelligenz erlaubt es dir, Motivation zu schöpfen, wann immer es dir danach ist. Alles was du dafür brauchst, sind deine Gefühle, die du bewusst in die Richtung steuerst, in der du sie sehen möchtest. Du weißt nämlich ganz genau, dass nur du für deine Emotionen verantwortlich bist und kümmerst dich entsprechend um sie. Und was ist im Beruf wichtiger als Motivation? Motivation hilft dir aber nicht nur dabei, deine Aufgaben ordentlich und sogar mit Freude zu erledigen und mehr Kreativität einzubringen als im lustlosen Zustand. Wenn du motiviert bist, hat das auch einen Einfluss auf deine Kollegen und eure Beziehung. Immerhin arbeiten alle lieber mit einer zufriedenen, zuversichtlichen Person zusammen, von der oft neue Ideen zu hören sind, als mit jemanden, der griesgrämig über seinen Papieren sitzt.

Außerdem hilft dir deine Fähigkeit zu Selbstmotivation, dich sich ändernden Umständen anzupassen. Wenn du heute mal ganz andere Arbeiten erledigen musst oder gar in eine andere Abteilung versetzt wirst- alles kein Problem, du hast dich und deinen Elan im Griff.

2. Du bist selbstbewusst
Selbstbewusstsein heißt nicht immer, dass du mit erhobener Brust durchs Leben gehst. Eigentlich lässt sich der Begriff ganz genau nehmen: du bist dir deiner Selbst bewusst. Du kennst deine Gefühle und dein Verhalten und weißt genau, warum du bestimmte Emotionen empfindest und warum du auf deine Art reagierst. Außerdem kennst du dich selbst, deine Stärken, Schwächen und Bedürfnisse. Dementsprechend ist es dir möglich, optimistischer und angstfreier zu sein. Bezogen auf deinen Beruf, machen dir spezifische Situationen, wie eine Präsentation, weniger aus. Du kannst deine Fähigkeiten bestimmt äußern und passende Aufgaben erhalten. Der Kontakt mit deinen Kollegen ist ein leichtes Spiel und auch vor deinem Chef gehen dir die Worte nicht verloren.

3. Du bist empathisch
Du verstehst die Gefühle und das Verhalten deiner Kollegen. Deswegen passiert es dir eigentlich nie, dass du „Öl ins Feuer“ gießt und zum Beispiel eine verletzte Kollegin durch einen Spruch zum Rasen bringst. Empathie hilft dir bei zwischenmenschlichen Beziehungen weiter. Zum einen kommst du besser mit deinen Mitarbeitern klar, zum anderen bist du auch dazu in der Lage, Geschäftsbeziehungen mit Geschick zu unterhalten. Denn du erkennst relativ schnell, worauf dein Geschäftspartner aus ist und wie du ihn besänftigen oder gar beruhigen kannst. Dir ist bewusst, wann du besser den Mund hältst oder wann bestimmte Worte unangebracht sind. Und die falschen Aussagen zum falschen Moment haben schon dem einen oder anderen die Karriereleiter verkürzt.

4. Du bist sozial kompetent
Es macht dir nichts aus, auf andere Menschen zuzugehen und neue Kontakte zu knüpfen. Aus einer zarten ersten Begegnung entwickelst du belastbare Beziehungen. Und auch die Pflege des Netzwerks kostet dich keine großen Mühen. Damit bist du in der Geschäftswelt gut aufgehoben. Immerhin geht mittlerweile nichts mehr ohne ein ordentliches Netzwerk. Aber das ist kein Problem für dich, denn du kennst schon die Ansprechpartner für das nächste Projekt oder knüpfst zügig Beziehungen, sobald sie notwendig sind.

5. Du steuerst dich selbst
Entscheidungen zu treffen fällt dir nicht schwer. Denn du bist dazu in der Lage, eigene Ziele zu entwickeln und an diesen festzuhalten, auch wenn der Gegenwind manchmal erbarmungslos ist. Innere und äußre Widerstände halten dich dennoch nicht davon ab, deinen Weg zu gehen. Eine solche Selbststeuerung ist beruflich von großer Relevanz. Immerhin stolpern wir früher oder später immer über Hindernisse. Wer nicht sofort aufgibt, wird am Ende meistens belohnt.

Zur Selbststeuerung gehört aber auch der Umgang mit deinen eigenen Emotionen und den beherrschst du gut. Du weißt nämlich, dass nur du für deine Gefühle verantwortlich bist. Ein solches Bewusstsein entlastet zwischenmenschliche Beziehungen. Außerdem folgt auf dieses Wissen logischerweise die Erkenntnis, dass du allein deine Emotionen steuerst. Das Lenken deines Gefühlslebens verhindert langfristige Kränkung oder andere starken, negativen Emotionen. Stattdessen erleben andere Menschen dich als ausgeglichen und widerstandsfähig. Du wirfst die Flinte nicht besonders schnell ins Korn und bist dabei sogar noch entspannt. Welcher Chef wünscht sich nicht so einen Mitarbeiter?

Wie du emotionale Intelligenz erkennst

Deine emotionale Intelligenz kannst du vielleicht schon anhand der vorherigen Kategorien abschätzen. Manchmal ist es aber gar nicht so leicht, sein eigenes Handeln in Schubladen zu stecken. Ein paar einfache Fragen helfen dir dabei, herauszufinden, wie es um deine emotionale Intelligenz steht:

1. Bist du bemüht, ein „guter Mensch“ zu sein?
Personen, die moralische und ethische Leitlinien in ihrem Leben haben, weisen in der Regel eine erhöhte Empathie auf. Und genau diese ist unter anderem Bestandteil der emotionalen Intelligenz.

2. Hast du eine gute Menschenkenntnis?
Wenn du deine Mitmenschen relativ schnell einschätzen kannst und sich deine Vermutungen später bewahrheiten, kannst du davon ausgehen, dass deine Menschenkenntnisse ziemlich gut sind.

3. Kennst du deine Stärken und Schwächen?
Wer sich bewusst ist, was er kann und was nicht, entwickelt ein gesundes Selbstvertrauen. Außerdem ist ein solches Wissen ein guter Hinweis auf eine hohe emotionale Intelligenz.

4. Lässt du dich schnell entmutigen?
Manchmal geht einfach alles schief und nichts scheint sich mehr retten zu lassen. Wirfst du jetzt die Flinte ins Korn oder legst du erst richtig los? Wenn du dich für das letztere entschieden hast, kann ich dich beglückwünschen. Durchhaltevermögen entsteht nämlich unter anderem durch emotionale Intelligenz. Diese hilft dabei, dass du deine Gefühle wahrnimmst, aber auch kontrollierst und besonnener reagierst. Dir gelingt es, deine Gedanken auf das Ziel zu fixieren und die positiven Seiten.

5. Kommst du mit deinen Mitmenschen zurecht?
Man kann nicht mit allen Personen in seiner Umgebung befreundet sein. Wenn dir aber dennoch ein lockerer Umgang mit den meisten Menschen glückt, hast du wahrscheinlich eine hohe emotionale Intelligenz. Du kannst nämlich Mitgefühl für deine Mitmenschen entwickeln und dein Handeln entsprechend anpassen.

Emotionale Kompetenz üben

Wenn dir deine Fähigkeiten im Bereich der emotionalen Intelligenz nicht ausreichen, sei nicht enttäuscht. Das Gute ist nämlich, dass emotionale Kompetenz nicht nur weitreichende positive Effekte hat, du kannst sie sogar lernen. Damit steht dir dann nichts mehr im Weg.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here