Schlafen

Warum ist das Schlafen so wichtig für unsere Gesundheit? Ganz einfach: Fast ein Drittel der Lebenszeit verbringt der Mensch mit Schlafen. Als Definition für Schlafen gilt ein Zustand, in dem sich der Körper mit reduziertem Bewusstsein und geschlossenen Augen im Ruhestand befindet und dabei viele Körperfunktionen herabgesetzt sind. Dieser Unterschied zu einem wachen Zustand kann an vielen Lebenszeichen wie Atmung, Puls, und Kreislauf festgestellt werden. Doch wann ist davon auszugehen, dass zu wenig Schlaf stattgefunden hat? Eine Definition für einen optimalen, gesunden Schlaf ist nicht bekannt. Die optimale Schlafenszeit kann nur individuell bewertet werden. Dabei spielen Einflussfaktoren wie das Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand sowie Jahreszeit, vorausgegangene Belastungen und Gewohnheiten eine Rolle. Allgemein kann auch mit Blick auf wissenschaftlich durchgeführte Untersuchungen davon ausgegangen werden, dass zu wenig Schlaf bei einer kontinuierlichen Schlafdauer von unter 5 Stunden vorliegt.

Gesund schlafen zur täglichen Regenerierung

Der tägliche Nachtschlaf zählt zum gewohnten Alltag und gilt als Selbstverständlichkeit. Wird dieser Tagesrhythmus jedoch durch Veränderungen der Schlafpraxis und Schlafqualität gestört, können Beeinträchtigungen des Wohlbefindens, der Leistungsfähigkeit und Gesundheit gravierend sein. Ein ausreichender, gesunder Nachtschlaf wird zur Regenerierung von Körper und Geist benötigt, um dadurch wieder gestärkt in den nächsten Tag starten zu können. Die Muskulatur entspannt sich. Das Gehirn erholt sich ebenfalls von der umfangreichen Informationsverarbeitung des gesamten Tages in der Leichtschlafphase. Verstärkt werden Energie speichernde und gewebeaufbauende Hormone produziert. Für einen gesunden Schlaf spielen Schlafdauer und Schlafqualität eine wichtige Rolle. Bei einem ungestörten Schlaf wird der Organismus in verschiedener Weise von Veränderungen des Hormonspiegels beeinflusst. Dabei werden natürliche Abwehrzellen zur Stärkung des Immunsystems gebildet. Das Schlafhormon Melatonin steigt nachts beträchtlich an. Durch eine verstärkte Ausschüttung des appetithemmenden Hormons Leptin über die Fettzellen wird eine Reduzierung des Hungergefühls herbeigeführt. Botenstoffe wie Serotonin und Noradrenalin nehmen Einfluss auf den Schlafablauf in den unterschiedlichen Traum- oder Leichtschlafphasen sowie Tiefschlafphasen. Die kleinen Gewebeschäden der tagsüber beanspruchten Muskulatur werden während der Tiefschlafphasen repariert. Um die beanspruchte Muskulatur wieder leistungsfähig zu machen, wird insbesondere das Wachstumshormon Testosteron ausgeschüttet. In der zweiten Hälfte des Nachtschlafs zeigt die Leber eine stärkere Durchblutung durch vermehrte Entgiftungsaktivitäten. Diese gesunde Balance der komplexen körpereigenen Vorgänge darf nicht gestört werden.

Mögliche Ursachen und Auswirkungen dauerhafter Schlafstörungen

In der heutigen schnelllebigen und vom Leistungsdruck geprägten Zeit zählt ein langer Schlaf oftmals als verlorene Zeit. Zu wenig Schlaf kann sich jedoch im Sinne der Leistungsfähigkeit kontraproduktiv auswirken und sogar ernsthafte gesundheitliche Gefahren herbeiführen. Einschlaf- und Durchschlafprobleme und zu wenig Schlaf können am Folgetag zu Müdigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Kopfschmerzen sowie zu Antriebslosigkeit und Gereiztheit führen. Durch zu wenig Schlaf erfolgt nächtlich eine zu geringe Ausschüttung des appetithemmenden Hormons Leptin und es kann insbesondere in Stresssituationen zu unkontrollierten Heißhungerattacken kommen. Die Ursachen für zu wenig Schlaf oder eine schlechte Schlafqualität können unterschiedlicher Natur sein. Dazu zählen zu spät eingenommene, üppige Mahlzeiten, akustische und optische Störungen während der Schlafenszeit und aufregende Einflüsse vor dem Zubettgehen. Außerdem kann zu wenig Schlaf aufgrund von falsch ausgewählten Matratzen, übermäßigem Konsum von Genussmittel wie Kaffee, Tabak oder Alkohol sowie einer unangemessenen Zimmertemperatur oder Raumluft auftreten. Wer gesund schlafen möchte, sollte auf chemische Schlafmittel verzichten. Sie beeinflussen die Schlafphasen und bewirken eine nachfolgende Tagesmüdigkeit mit negativen Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit. Als Ursachen für zu wenig Schlaf kommen ebenso Depressionen oder nervliche Erkrankungen in Betracht. Mit zunehmender Häufigkeit erkranken Menschen am sogenannten Restless-Legs-Syndrom, dass häufig erst von einem Facharzt diagnostiziert wird. Nicht kontrollierbare Muskelzuckungen insbesondere in den Waden treten verstärkt im Ruhezustand auf, also wenn sie schlafen möchten. Die Betroffenen verspüren einen starken Bewegungsdrang, der das Ein- und Durchschlafen erheblich erschwert.

Vorbeugende Maßnahmen für ein gesundes Schlafen

Das Erkennen des eigenen Fehlverhaltens bezogen auf eine falsche Lebensführung mit der Folge von zu wenig Schlaf ist ein erster Schritt zur Abhilfe von Störfaktoren. Schwer verdauliche Abendmahlzeiten sollten daher genauso der Vergangenheit angehören wie der übermäßige Konsum von Genussmittel. Treten Probleme beim Schlafen aufgrund einer notwendigen Medikamenteneinnahme wie bei blutdrucksenkenden Mitteln auf, sind alternative Arzneimittel über einen Arzt in Erfahrung zu bringen. Wer auf Einschlafhilfen nicht verzichten kann, sollte auf natürliche Schlafmittel wie Baldrian und Hopfen zurückgreifen. Dadurch wird die Schlafqualität deutlich weniger als bei chemischen Substanzen beeinträchtigt. Außerdem tritt in der Folge keine lähmende Tagesmüdigkeit auf. Zu spätes Fernsehen oder aufregende Gespräche sollten am Abend möglichst vermieden werden, damit ein rechtzeitiges Abschalten vor dem Zubettgehen möglich ist. Die Zimmertemperatur sollte im Schlafzimmer circa 18 Grad betragen und das Licht nicht zu grell sein. Bei offenem Fenster (wenn kein störender Lärm entgegensteht) oder jedenfalls bei einer gründlichen Durchlüftung des Schlafraums schläft es sich besser. Die Behandlung eines Restless-Legs-Syndroms ist durch Levodopa und Dopaminagonisten möglich. Der Kauf einer passenden Matratze, um gesund schlafen zu können, ist eine hervorragende Investition für die Gesundheit. Gegen störenden Lichteinfall durchs Fenster helfen einfach montierbare Rollos. Wer gesund schlafen möchte, kann durch Spaziergänge an der frischen Luft, leichte Kost am Abend und Entspannungstechniken etwas dafür tun. Regelmäßige sportliche Aktivitäten wie Ausdauersport verbessern die Voraussetzungen für einen gesunden Schlaf. Zu wenig Schlaf sollte im Interesse der Gesundheit nicht über einen längeren Zeitraum einfach so hingenommen werden.

Schadet Schlafmangel unserer Gesundheit?

Schlafmangel macht krank, hungrig und alt. Wer die Symptome frühzeitig erkennt, kann schwerwiegende Folgen wie Depression und Immunschwächen allerdings fast immer vermeiden. Die Behandlungs-...

Schlafen am Arbeitsplatz – kostet mich Powernapping meinen Job?

Die Spanier und Chinesen machen es schon lange vor, nur hierzulande gilt es noch als verpönt: Schlafen am Arbeitsplatz ist ein Thema, das durchaus...

Schlafstörungen – Ursachen und Behandlung

Was versteht man eigentlich unter Schlafstörungen? Laut Studien leiden mindestens 15% der Erwachsenen in Deutschland unter Schlafproblemen. Die Dunkelziffer wird jedoch deutlich höher sein....

Elektrosmog im Schlafzimmer – der Urheber von unruhigem Schlaf

Ist Elektrosmog im Schlafzimmer wirklich so ein Schlafkiller wie man es manchmal liest? Auf jeden Fall! Ein Erholsamer Schlaf ist der Grundstein für einen...