Körpersprache – warum ist sie für deine Karriere wichtig?

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Die Sprache des Körpers

Die Körpersprache ist ein essentieller Bestandteil der menschlichen Kommunikation. Sie wird selten direkt wahrgenommen, beeinflusst den Gesprächspartner jedoch enorm. Über die Körpersprache geben die meisten Menschen mehr von ihren Gedanken und ihrer Einstellung preis, als sie es mit Worten jemals tun würden.

Zudem entscheidet die Körpersprache anderer Menschen zu einem recht großen Teil darüber, ob wir sie sympathisch finden. Stimmen die von der Sprache des Körpers übermittelten Signale nicht mit den ausgesprochenen Worten überein, ist ein Mensch uns suspekt.

Was versteht man unter Körpersprache?

Alle Zeichen und Signale, die wir nicht über die gesprochene Sprache, sondern mit Hilfe unseres Körpers geben, zählen zur Körpersprache. Diese nonverbale Form der Kommunikation erfolgt in Form der Gestik, der Mimik, des Habitus und anderer Äußerungen des Körpers. Indes werden nicht alle Zeichen der Körpersprache bewusst abgegeben, das heisst, das auch unser Unterbewusstsein sein eine große Rolle für unsere Ausdrucksweise einnimmt.

Im Regelfall beginnt ein Gespräch mit einem Händedruck und einem Blick in die Augen – diese beiden Aktionen zählen bereits zur Körpersprache. Weiterhin sind die Sitzposition, die Körperhaltung, das Spiel mit den Händen, den Fingern oder Gegenständen, die Kopfhaltung, die Form des Blickkontakts und alle Varianten des Distanzverhaltens Teil der natürlichen Körpersprache.

Die Körpersprache beeinflusst die Rezeption unserer gesprochenen Worte beim Gegenüber und nimmt starken Einfluss auf die Wirkung unserer Person auf andere Menschen. Es ist davon auszugehen, dass die Körpersprache einen mindestens ebenso großen Einfluss auf die Wahrnehmung der eigenen Person hat wie die gesprochenen Worte.

Es ist zwischen Makro- und Mikrosignalen zu unterscheiden. Erstere sind mit bloßem Auge sichtbar, wohingegen letztere häufig nicht bewusst wahrgenommen werden können. Zum Sichtbarmachen der Mikrosignale werden daher Zeitlupen-Aufnahmen oder Filmwiederholungen benötigt. Sich selber bei einem Gespräch zu filmen, ist also eine der besten Methoden um sich seiner eigenen Ausdrucksweise des Körpers bewusst zu werden und sie zu verbessern.

Die Kunst die Körpersprache zu deuten bzw. lesen

Das Deuten bzw. Lesen der menschlichen Körpersprache fällt uns in der Regel nicht schwer. Die Körpersprache ist dem Menschen angeboren – er kann sie also bestens verstehen. Häufig ist uns jedoch nicht bewusst, dass wir die Körpersprache des Gegenübers lesen und in unsere Bewertung seiner Person einfließen lassen. Dieser Vorgang läuft zumeist eher unbewusst ab.

Die meisten Signale werden also korrekt gedeutet. Hierzu zählt beispielsweise die Mimik des Gesprächspartners. Emotionen können dem Gegenüber „aus dem Gesicht gelesen“ werden. Dies ist jedoch nicht bei jedem Menschen möglich. Menschen, die bewusst darauf achten, ein „Pokerface“ zu bewahren, können dies in der Regel auch schaffen. Des Weiteren ist bei depressiven Menschen ein eher ausdrucksloser Gesichtsausdruck zu sehen – dieser wird jedoch nicht bewusst herbeigeführt.

Auch die Gestik anderer Menschen bereitet uns nur selten Probleme. Verschränkte Arme oder überkreuzte Beine beispielsweise sind eine typische Abwehrhaltung. Die betreffende Person möchte Distanz zum Gegenüber herstellen und sich selbst „abschirmen“. In einem Vorstellungsgespräch wird eine solche Körpersprache in aller Regel negativ ausgelegt. Der Bewerber gilt als zu distanziert und verschlossen.

Darüber hinaus ist der Mensch in der Lage, die Emotionen anderer Menschen auch über die unbewusst ausgesandten Signale wahrzunehmen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit erkennen Sie es, wenn ein Mensch wütend, erfreut oder traurig ist. Neben der Mimik gibt es zahlreiche weitere körperliche Signale, die derartige Stimmungen verraten. Hängende Schultern beispielsweise deuten auf eine stark gedrückte Stimmung hin. Gleiches gilt für einen gesenkten Kopf oder das Einziehen der Brust. Auch das Selbstbewusstsein eines Menschen kann an körperlichen Signalen „abgelesen“ werden. Selbstbewusste Menschen senden Signale aus, die andere Menschen sofort erkennen lassen, wie sie von sich selbst denken. Ein breiter Gang, eine offene Körpersprache und Sicherheit in der gesamten Körperhaltung deuten auf ein hohes Selbstbewusstsein hin.

Sitzen Sie im Vorstellungsgespräch also zusammengesackt in ihrem Stuhl, blicken verschämt zu Boden und verfügen über keinerlei Körperspannung, wird dies beim Personaler bestenfalls für Mitleid sorgen.

Körpersprache im Bewerbungsgespräch

Wie bereits mehrfach angedeutet ist die richtige Ausdrucksweise der Sprache deines Körpers auch für deine Karriere von enormer Bedeutung. Der größte Teil des von Ihnen vermittelten Eindrucks ist von Ihrer Körpersprache abhängig. Im Bewerbungsgespräch zum Beispiel sollten Sie also darauf achten, einen selbstbewussten Eindruck zu hinterlassen, Wut oder Abneigung dem Personaler gegenüber nicht offen durch ihre Körpersprache zu zeigen und kein deutliches Verlangen nach Abstand an den Tag legen. Ich empfehle also, folgende Punkte besonders zu beachten:

  • Erhobener Blick
  • Erhobene Schultern
  • Keine verschränkten Arme oder überkreuzten Beine
  • Kein hektisches Spiel der Hände miteinander oder mit Gegenständen
  • Grundlegende Körperspannung
  • Blickkontakt

Halten Sie die obigen Tipps ein, werden Sie als selbstbewusst und sicher wahrgenommen. Sie wirken weder „klein“, noch nervös oder stark distanziert. Stattdessen vermitteln Sie ein überlegtes Auftreten, Überzeugung von Ihren Fähigkeiten und Ihrer Eignung und eine freundliche Haltung dem Gesprächspartner gegenüber. Darüber hinaus sollten Sie darauf achten, dem Personaler bzw. Gesprächspartner in jedem Falle zur Begrüßung die Hand zu reichen. Wird diese grundlegende Geste der Höflichkeit unterlassen, hinterlassen Sie einen bleibenden, negativen Eindruck.

Sympathie durch Körpersprache

Menschen nehmen einander als „Einheit aus Körper, Stimme und Wort“ wahr. Der Eindruck, den Sie hinterlassen, wird zu einem großen Teil von Ihrer Körpersprache und Ihrer Stimmlage beeinflusst. Die gesprochenen Worte sind nicht unbedeutend, stehen jedoch hinter den beiden anderen Faktoren zurück. Es ist beinahe unmöglich, seine Körpersprache soweit zu manipulieren, dass eine „Lüge“ mittels dieser möglich wäre. Um sinnvoll und effektiv zu kommunizieren, sollten alle drei Faktoren im Einklang sein. Sympathie erwecken Sie vor allem über Ihre Körpersprache. Diese sollte weder übertrieben selbstbewusst, noch devot sein. Zudem bietet es sich an, Distanz- und Abwehrhaltungen aufzugeben, wenn Sie Sympathien Ihrer Person gegenüber erwecken wollen. Hierbei sollten Sie jedoch darauf achten, Ihrem Gesprächspartner nicht zu nahe zu treten – verletzen Sie seine „Distanzzone“ werden Sie eher unheimlich denn sympathisch wirken.

Fazit

Die Körpersprache ist ein grundlegender Bestandteil der menschlichen Kommunikation. Sie vermittelt zum Teil mehr Botschaften als die gesprochene Sprache und verrät die Stimmungslage der jeweiligen Person. Sie entscheidet zudem zu einem großen Teil darüber, wie andere Menschen uns wahrnehmen. Aus diesem Grund ist sie in jedem Bereich des täglichen Lebens von großer Bedeutung – auch für die Karriere. Ein grundlegendes Wissen über die Sprache des Körpers kann in vielen Bereichen hilfreich sein – auch beim Bewerbungsgespräch, bei einer Präsentation oder bei einer Gehaltsverhandlung.

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