Ohne Konfliktfähigkeit wirst du nicht langfristig erfolgreich sein

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Fähigkeit Konflikte zu lösen

Konfliktfähigkeit gehört zu den berühmten Social Skills und beschreibt die Bereitschaft bzw. Fähigkeit, Konflikte aufzunehmen und konstruktiv zu führen, so dass eine Lösung erreicht werden kann. Im Idealfall wird ein anstehender Konflikt schon im Vorfeld vermieden. Konfliktfähigkeit impliziert Eigenschaften wie Empathie, Selbstbewusstsein und ausgezeichnetes Kommunikationsvermögen. Auch gehört dazu die Fähigkeit, eine Sache losgelöst von der emotionalen Ebene auf sachlicher Ebene zu betrachten. Dies fällt insbesondere dann schwer, wenn persönliche Interessen im Konflikt miteinander stehen.

Konfliktfähigkeit im Arbeitsleben

Konfliktfähigkeit ist nicht nur im privaten Bereich gefragt, wo es das Zusammenleben erleichtert, sondern vor allem auch am Arbeitsplatz gern gesehen. Denn wo Menschen täglich zusammenarbeiten, ist das Konfliktpotential besonders hoch.
Steckt der Chef mal wieder übertriebene Umsatzziele, obwohl du letzten Monat schon für einen erkrankten Kollegen eingesprungen bist und doppelte Arbeit geleistet hast? Beschweren sich Kunden über eine Tatsache bei dir, für die du nichts kannst? Dann ist Konfliktfähigkeit gefragt.
Wer kontinuierlich Konfliktfähigkeit unter Beweis stellt und tagtäglich anwendet, wird öfter in Führungspositionen befördert als Kollegen, die Streits aus dem Weg gehen oder Probleme totschweigen. Dementsprechend ist diese soziale Kompetenz auch entscheidend auf dem Weg zu einer höheren Karrierestufe.
Wer eine leitende Position innerhalb seines Unternehmens anstrebt, muss sich im Klaren darüber sein, dass Mitarbeiterführung nicht nur größere Verantwortung und mehr Gehalt bedeutet, sondern auch ein größeres Konfliktpotential birgt. Dass es zwischen Vorgesetzten und Untergebenen hin und wieder zu Meinungsdifferenzen kommt, ist nichts Neues – jedoch möchten diese ordentlich und für beide Seiten fair aus der Welt geräumt werden. Hier kommt es dann auf die Ausprägung deiner Konfliktfähigkeit an.
Unbequeme Wahrheiten und ungleiche Zustände müssen angesprochen werden, um sie klären und lösen zu können. Eine ausgeprägte und gut trainierte Konfliktfähigkeit wird sich auch in entscheidenden Verhandlungen als wichtig erweisen, wenn es z. B. um einen neuen geschäftlichen Deal oder die eigene Gehaltsverhandlung geht.
Du weißt nicht, wie du Konfliktfähigkeit beweisen oder an dir selbst verbessern kannst?
Das ist kein Problem, denn Konfliktfähigkeit lässt sich lernen und trainieren.

Konfliktfähigkeit lernen und trainieren

Konfliktfähigkeit kann in Eigenregie durch das Studium von entsprechenden Büchern oder ein gezieltes Coaching angelernt bzw. trainiert werden. Wer Glück hat und von seinem Arbeitgeber ein Führungskräfteseminar finanziert bekommt, kann auch hier seine Konfliktfähigkeit trainieren lassen.
Teamaufgaben und Projektarbeiten, die von mehreren Personen ausgeführt werden müssen, sind ideale Übungen dafür.
Konfliktfähigkeit beginnt immer mit etwas Mut – nämlich dann, wenn man sich traut, Dinge anzusprechen oder einer Meinung, die im Raum steht, Kontra zu geben. Vor allem schüchternen und introvertierten Personen fällt dieser Schritt schwer, dennoch ist es der erste in die richtige Richtung, der unbedingt gemacht werden muss. Trainiert werden kann er auch im Alltag in ganz einfachen Situationen.
Beispiel:
Wenn ein Kollege beschließt, dass die Mittagspause der Belegschaft gemeinsam beim Asiaten verbracht wird, du oder ein paar andere Kollegen aber lieber zum Italiener wollen, musst du das ansprechen („Du, der Asiate ist zwar lecker, wir wollen heute aber lieber Pasta und Bella Italia genießen. Ich habe mich schon die ganze Woche darauf gefreut.“).
Weiterhin ist es wichtig, im Verlauf des Konflikts mit Empathie zu arbeiten – das heißt, sich in die Argumente und den Standpunkt des Gegenübers hinein versetzen zu können. Stell dir einfach vor, du seist er oder sie, mit all den Umständen und Problemen, die diese Person momentan zu bewältigen hat. Schon fällt es leichter, ein Gegenargument sinnvoll zu formulieren und dem Gegenüber zu zeigen, dass es ernst genommen wird. Sätze von konfliktfähigen Menschen beginnen mit:

  • „Ich finde es gut, dass du dich so für XY einsetzt, nur bedenke bitte, dass unsere Ressourcen begrenzt sind und XZ (z. B. Asiate) diesen Monat nicht in unser Budget passt.“
  • „Lieber Kunde, ich kann verstehen, dass Sie das wütend macht. Was halten Sie davon, wenn wir die Sache so lösen, dass…?“

Ein No Go ist hierbei, starr auf seiner Meinung zu beharren und jede Aussage des Gegenübers an sich abprallen zu lassen. Auch die eigenen Gefühle sind fehl am Platz, auch wenn sie sich oft hineinmischen möchten. Sachliche und selbstbewusste Reaktionen zeugen viel eher von Konfliktfähigkeit und können ganz einfach zuhause trainiert werden. Du willst dich aufregen, weil deine Freundin deinen Lieblingssekt verschüttet hat? Du könntest deinem Kumpel am liebsten eine reinhauen, weil er dich nachts nicht von der Party abholen will? Warte drei Sekunden, atme tief durch – und besinn dich auf alles Rationale, was dir zu dem Thema einfällt (es war ein Versehen/ Kumpel ist bestimmt müde/etc.).
Am Ende sollte immer das Ziel einer gemeinsamen Lösung oder eines Kompromisses stehen.
Um einen Kompromiss zu erreichen, müssen vielleicht beide Seiten Abstriche machen – wenn beide jedoch konfliktfähig sind, wird das Unterfangen gelingen.

Du fragst dich, wie konfliktfähig du eigentlich bist?

Mit ein paar Antworten auf gezielte Fragen kannst du dich spielend einfach selbst testen – wichtig ist dabei nur, dass du absolut ehrlich bist bei den Antworten und nicht einfach das angibst, was sich am besten anhört.
Je nachdem wie das Ergebnis ausfällt, kannst du für dich selbst beschließen, Maßnahmen zu ergreifen. Vielleicht hat dich auch dein Arbeitgeber schon darauf angesprochen, weil es ein Manko von dir ist – dann kommt es auf jeden Fall gut, wenn du proaktiv bist und daran arbeitest.

Hier findest du einige Links dazu:

Übungen zur Konfliktfähigkeit

Konfliktfähigkeit kannst du auf eigene Faust am besten in der Gruppe trainieren.
Schnapp dir ein zwei Arbeitskollegen oder Partner/in zuhause und übe verschiedene Konfliktsituationen in Rollenspielen. Rollenspiele sind ein geeignetes Instrument, um Situationen aller Art zu trainieren. Auch innerhalb von professionellen Coachings werden sie oft angewendet.
Selbst der tägliche Umgang mit Freunden und Bekannten kann zu deinem Trainingsfeld werden, wo du Empathie und sachliche Handlungsfähigkeit üben kannst. Ansonsten gibt es professionelle Coaching Maßnahmen und Karriereberater, die dich auf dem Weg zum Erfolg unterstützen können.
Denn konfliktfähig zu sein, bedeutet auch, erfolgreicher mit Kunden und Kollegen umgehen zu können und so karrieretechnisch eine Nase voraus zu sein.

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