Muskelaufbau am Knie und an der Hüfte nach OP

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Muskelaufbau am Knie und Hüfte nach OP

Bekanntlich ist das vorbeugen von Krankheiten und Verletzungen immer besser als sich zu verletzen und im Nachhinein geheilt werden zu müssen. Das gilt auch für langfristige Beschwerden, die sich an Knie oder Hüfte bemerkbar machen und nicht selten auf dem Operationstisch enden. Durch zu wenig Bewegung und langes Sitzen sind die Muskeln, die Hüfte und Knie stützen, bei den meisten Menschen schlicht und einfach nicht stark genug ausgeprägt um die täglichen Belastungen eines Menschen abfangen zu können.

  • Die Muskelverhärtungen und Verkürzungen der Sehnen führen zu Fehlstellungen, die als Schlussfolgerung Hüfte und Knie stark belasten.
  • Eine schiefe Hüfte, bleibt oft lange unbeachtet
  • Der gebeugte Gang, weil der Rücken schmerzt, führt zu Fehlbelastungen der Knie- und Fußgelenke.

Spätestens wenn Knie und Hüfte Probleme machen, ist es ratsam seine Bewegungsmuster beim Laufen, Sitzen, Gehen und sogar beim Stehen zu überprüfen und unter fachkundiger Anleitung eines Experten zu verbessern. Der langsame und stetige Muskelaufbau kann Hüfte, Knie und Sprunggelenk entlasten, viele Schmerzen lindern und so auch manche Operation verhindern.

Wenn das Kreuzband gerissen ist

Die statistisch am häufigsten ausgeprägte Verletzung am Knie ist der Kreuzbandriss. Die beiden Kreuzbänder (das vordere und das hintere Kreuzband) stehen bei fast allen Stellungen des Kniegelenkes unter Spannung und haben eine extrem wichtige Rolle im Bewegungsablauf des Menschen.

Typische Auslöser für einen Kreuzbandriss sind:

• harter seitlicher Aufprall zum Beispiel bei einem Unfall
• die Überstreckung des Kniegelenks
• plötzliches Abbremsen aus vollem Lauf
• abrupter Richtungswechsel aus vollem Lauf
• harte Landung nach einem Sprung oder aus der Drehung heraus

Ein Kreuzbandriss ist sehr schmerzhaft und muss meistens direkt behandelt werden. Bleibt ein Kreuzbandriss jedoch unerkannt oder auch unbehandelt, so kann er schwerwiegende Folgeschäden verursachen:

• Chronische Schmerzen im Knie
• Degeneration des Knorpels (Kniearthrose)
• Instabilität und hohes Risiko von weiteren Knieverletzungen
• Meniskusschäden

Eine Operation nach einem Kreuzbandriss ist also angeraten, unabhängig davon, ob es sich um einen vollständigen Kreuzbandriss oder nur um eine Teilruptur des Bandes handelt. Ist die Operation gelungen und das neue Kreuzband eingesetzt, so ist der behutsame Muskelaufbau angesagt. Inaktivität baut Muskelmasse ab. Davon sind besonders die Muskeln des Ober- und Unterschenkels betroffen. Es braucht etwas Geduld, denn die Koordination im Kniegelenk und die gesamte Wahrnehmung des Knies müssen neu erarbeitet werden.

Erste Koordinationsübungen und Übungen zum Muskelaufbau nach Kreuzbandriss

Isometrische Anspannungsübungen
Dazu wird die Orthese abgelegt und sitzend oder liegend geübt. Ein untergelegtes Handtuch oder Kissen schütz das Knie vor schmerzhaftem Durchhängen.
Die Muskeln werden angespannt, 5 – 10 Sekunden unter Spannung gehalten und für die gleiche Zeit wieder entspannt. 5 – 10 Wiederholungen reichen. Allerdings sollte ediese Übung mindestens drei Mal täglich durchgeführt werden, besser noch alle zwei Stunden. Je nach Kraft und Kondition lässt sich die Anzahl langsam steigern.

Anheben des gestreckten Beines
Das Bein wird 1 – 2 Zentimeter angehoben, 5 – 10 Sekunden gehalten und wieder abgelegt. Dabei ist auf ein gestrecktes Bein zu achten.

Muskelaufbau der Beinbeugemuskulatur
Eine Übung im Sitzen bei der das operierte Bein leicht gebeugt (60-Grad-Winkel) ist. Die Ferse wird für 5 – 10 Sekunden auf den Boden (am besten mit weicher Unterlage) gedrückt, ohne das es dabei bewegt wird. Auch bei dieser Übung sind 10 Wiederholungen als Ratschlag angemessen. Diese sollten mindestens drei Mal täglich ausgeführt werden. Wichtig: Es findet keine aktive Gelenkbewegung statt!

Muskelaufbau Oberschenkelmuskulatur
Du befindest dich in der Sitzposition, so das beide Beine entspannt „hängen“ können. Hat der Arzt ein Beugelimit für das Bein mit dem Kreuzbandriss vorgegeben, ist dies unbedingt einzuhalten. Das gesunde Bein wird hinter das verletzte geschlagen und führt das Bein mit dem operierten Kreuzbandriss in die 0 Grad Streckung. Ich empfehle dir drei mal täglich 5 – 10 Wiederholungen.

OP an der Hüfte – und nun?

Verschleißerscheinungen an den Hüftgelenken führen häufig zu einer Operation und zu einem neuen Hüftgelenk. Sporadisch auftretende Schmerzen nach übermäßiger Belastung steigern sich zu einem chronischen Schmerz. Der Knorpel wird abgerieben, verliert seine elastischen Eigenschaften und wird weniger belastbar.

• Fehlstellungen des Gelenkes
• Verletzungen am Gelenk
• Störungen des Stoffwechsels
• Übergewicht

können Beschwerden an der Hüfte schnell verstärken. Eine schonende Haltung aufgrund von Schmerzen schwächt die Muskulatur der Hüfte und lässt das Becken nach vorn kippen. Ein dadurch verstärktes Hohlkreuz gleich diese Fehlstellung wieder aus und führt zu neuen Beschwerden.

Muskelaufbau nach einer OP

In Rückenlage
Übung 1:Beine angewinkelt aufstellen, Bauch und Po anspannen und das Becken nach oben heben.
Übung 2: Das nicht betroffene Bein angewinkelt aufstellen. Die Fußspitze des von der OP betroffenen Beines anziehen, das Bein zur Seite führen und wieder zurücklegen.

Im Stehen
Übung 1: Das Bein im Wechsel nach vorn beugen und nach hinten strecken.
Übung 2: Langsam in die Hocke gehen und wieder hochkommen. Die Fersen bleiben dafür auf den Boden stehen.

Für die Hüfte gilt: Vorbeugen mit gezieltem Muskelaufbau

Muskeldehnung und Muskelaufbau für Gesäßmuskeln
Übung 1: In Rückenlage die Gesäßmuskeln anspannen und die Kniekehlen fest gegen die Unterlage pressen. Fußspitzen zum Körper ziehen und die Spannung für 5 – 10 Sekunden halten.
Übung 2: Ein Bein maximal anwinkeln, mit den Händen das Knie umfassen und zum Oberkörper heranziehen. 10 Wiederholungen, die sich je nach Kondition steigern lassen.

Auch Muskelaufbau für Oberschenkelmuskeln, Hüftstrecker und Hüftbeugemuskel sollten nicht vernachlässigt werden. Genau wie die Entspannung und die Koordination.

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